Typische arbeitsrechtliche Fälle aus Zwickau: Beispiele aus Industrie und Dienstleistung
Die arbeitsrechtlichen Themen in Zwickau unterscheiden sich je nach Branche spürbar. Besonders häufig sind
Konflikte im Zusammenhang mit Schichtarbeit, Umstrukturierungen und krankheitsbedingten Fehlzeiten. Die
folgenden Beispiele zeigen typische Fallkonstellationen, wie sie Arbeitnehmer in der Region Zwickau erleben –
und wie eine rechtliche Prüfung weiterhelfen kann.
1. Schichtversetzung im Automobilsektor – betriebsbedingte Kündigung trotz langjähriger Tätigkeit
Ein langjähriger Arbeitnehmer eines Automobilzulieferers aus dem Raum Zwickau erhielt eine betriebsbedingte
Kündigung, nachdem die Stammbelegschaft aufgrund veränderter Produktionsabläufe neu organisiert wurde. Die
Prüfung ergab, dass der Arbeitgeber weder eine ausreichende Sozialauswahl vorgenommen noch alternative
Einsatzmöglichkeiten geprüft hatte. Im Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Zwickau einigte man sich auf eine
Abfindung in angemessener Höhe.
Mehr dazu, wann betriebsbedingte Kündigungen wirksam sind:
Informationen zum Kündigungsschutz.
2. Aufhebungsvertrag mit kurzer Frist im Dienstleistungsbereich – Risiko von Sperrzeiten vermeiden
Eine Mitarbeiterin aus dem Einzelhandel in Zwickau erhielt unerwartet ein Angebot zur Beendigung des
Arbeitsverhältnisses – mit nur einem Tag Bedenkzeit. Da im Vertrag ein fehlerhafter Hinweis zur möglichen
Sperrzeit fehlte, konnte eine Nachverhandlung erreicht werden. Durch anwaltliche Beratung wurde verhindert,
dass die Arbeitnehmerin benachteiligt wurde, und es entstand ein verbessertes Angebot inklusive
finanzieller Kompensation.
Hintergründe zu Risiken solcher Vereinbarungen:
Aufhebungsvertrag – wichtige Hinweise.
3. Krankheitsbedingte Fehlzeiten im Schichtbetrieb – Unwirksame Kündigung mangels Gesundheitsprognose
Im produzierenden Gewerbe kommt es häufig zu hohen körperlichen Belastungen. In Zwickau wurde ein Mitarbeiter
nach mehreren längeren Krankheitsphasen gekündigt. Die rechtliche Prüfung ergab jedoch, dass der Arbeitgeber
weder eine ausreichende betriebliche Belastungsanalyse noch eine ordnungsgemäße negative
Gesundheitsprognose erstellt hatte. Die Klage hatte Erfolg – die Kündigung wurde als
unwirksam festgestellt.
Detaillierte Informationen zu krankheitsbedingten Kündigungen finden Sie in unserem Beitrag:
„Selbst verschuldete Krankheit – wann zahlt der Arbeitgeber nicht?“
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4. Streit um Überstunden und Schichtzeiten – typische Problemlage bei Zulieferbetrieben
Ein Arbeitnehmer aus einem Logistikunternehmen im Gewerbegebiet bei Zwickau stritt mit seinem Arbeitgeber über
die Anrechnung von Überstunden und lange Schichtblöcke. Im Verfahren stellte sich heraus, dass keine
ordnungsgemäßen Arbeitszeitaufzeichnungen geführt worden waren. Dadurch ergab sich ein
Nachzahlungsanspruch zugunsten des Mitarbeiters.
Ausführliche Hinweise zu Überstunden und Dokumentationspflichten:
„Arbeitszeiterfassung – BAG verpflichtet Arbeitgeber zur lückenlosen Dokumentation“
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5. Befristeter Vertrag im Gesundheitswesen – Weiterbeschäftigung statt Auslaufenlassen
Eine Pflegekraft aus einer medizinischen Einrichtung in Zwickau stand vor dem Auslaufen einer Befristung.
Nach Prüfung stellte sich heraus, dass die Befristung wahrscheinlich unwirksam war, da sie nicht den
gesetzlichen Anforderungen entsprach. Durch die anwaltliche Intervention wurde die Mitarbeiterin
weiterbeschäftigt.
Weitere Informationen zur Wirksamkeit befristeter Arbeitsverträge:
„Ist die elektronische Unterschrift bei befristeten Arbeitsverträgen wirksam?“
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